Unsere Heimat

Mauthen ist eine Ortschaft in der österreichischen Marktgemeinde Kötschach-Mauthen im Bezirk Hermagor in Kärnten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1276. Aufgrund der Gemeindereform 1958 wurde Mauthen mit Kötschach zur Marktgemeinde Kötschach-Mauthen zusammengeschlossen. Diese liegt 34 km westlich von Hermagor am Übergang des Oberen Gailtales ins Lesachtal. Sie ist Ausgangspunkt der Straßen nach Norden über den Gailbergsattel, nach Süden über den Plöckenpass, nach Westen ins Lesachtal und nach Osten über Hermagor bis Arnoldstein. Mauthen ist Teil der Bergsteigerdörfer-Initiative des ÖAV.

Das heutige Gemeindegebiet wurde schon vor dem 2. Jahrhundert v. Chr. besiedelt. Auf der Würmlach Alm wurde eine Venetische Felsinschrift gefunden, die zu den ältesten Schriftdenkmälern Österreichs zählt. Über den Plöckenpass führte eine Römerstraße, an der sich im Gebiet der heutigen Ortschaft Mauthen eine Siedlung namens "Loncium" befunden haben soll. Von dieser Kopfstation konnte bisher nur 1886 ein römischer Wachturm auf dem Plöckner Rain (oberhalb der zweiten Serpentine der Plöckenstraße) freigelegt werden. Weitere Grabungen am Maria-Schnee-Hügel und im Fundament des dortigen Wallfahrtskirchleins brachten Mauerreste zutage, die ebenfalls vom antiken Loncium stammen könnten.

Im Mittelalter erlebte die Region durch den Abbau von Eisenerz, Gold, Silber und Blei eine wirtschaftliche Blüte. Die meisten der heutigen Ortschaften wurden bereits im Mittelalter erstmals urkundlich erwähnt.  Bereits 1319 wurde das Landgericht nach Mauthen verlegt, ein Beweis, dass der Ort schon damals große Bedeutung hatte. Am 20. Juni 1478 gelang osmanischen Reitern unter Führung von Omar ben Bekr der Durchbruch bis ins obere Gailtal und die überrannten Ortschaften  wurden in Brand gesteckt. 1485 reiste der Bischof Pietro von Caorle im Auftrag des Patriarchen von Aquilea über den Plöckenpass um im Gailtal und in Osttirol bischöfliche Funktionen auszuüben. Sein Begleiter Paolo Santonino erwähnt in seinen Reisetagebüchern, dass der Bischof wiederholt "im wunderschönen Ort Mauthen" Quartier bezog.

Kaiser Karl V. zeichnete den Markt Mauthen am 25. März 1524 durch die Verleihung eines Wappens aus. Das Wappenbild stellt einen verwundeten Bären in blaugelbem Feld dar. 1618 vernichtete ein Großbrand viele Gebäude und zahlreiche wertvolle, den Ort betreffende Dokumente. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte die Region zur Grafschaft Ortenburg. Im Ortsteil Hammerle stand ein Hochofen des Grafen von Ortenburg, und 1714 errichtete dort und in Wetzmann der Gewerke di Gaspero Hammerwerke, auf die die Ortsbezeichnung zurückgeht.

1809 zogen napoleonische Truppen über den Plöckenpass nach Mauthen und gliederten ganz Oberkärnten in das von Napoleon geschaffene Königreich Illyrien ein. Manche Namen stammen noch aus dieser Zeit wie das "Mageseng" (Magazin) auf der Kreuztratte am Plöckenpass. 1813 zogen die Franzosen ab. 1903 suchte ein  Großbrand die Mauthner heim.

Im Ersten Weltkrieg war Mauthen der dem Plöckenpass nächstgelegene Etappenort mit zahlreichen Nachschubkolonnen, Feldlazaretten und Badeanstalten. Mauthen wurde von der italienischen Artillerie 34 Mal beschossen, ebenso Kötschach und andere Nachbarorte. Nach dem Kriegseintritt Italiens entschloss sich die Heeresleitung, die Gailtalbahn über Hermagor hinaus bis Kötschach-Mauthen zu bauen, die bereits 1916 ihren Betrieb aufnahm.

Traditionelles Handwerk wie die Schmiedekunst hat sich in dieser Ortschaft seit 1877 bis heute durchgehend erhalten. Die Schmiedekunst der Kunstschmiede Leopold Durchner ist von Norditalien bis nach Skandinavien gesucht. Durch die Alpen Adria Energie ist der Ort energieautark geworden.

1958 wurden Kötschach und Mauthen zur  Doppelgemeinde Kötschach-Mauthen zusammengeschlossen. Im Zuge der Gemeindereform 1973 erweiterten die Eingemeindungen von Orten im oberen Gailtal und im unteren Lesachtal den Ort zu einer Flächengemeinde.  Das Mauthener Wappen erlosch 1958 offiziell mit der Vereinigung von Mauthen mit Kötschach, wurde der Marktgemeinde aber am 20. Juli 1975 mit folgender Blasonierung neu verliehen: "Im gespaltenen Schild vorne in Rot ein gold gekrönter und bewehrter silberner Löwe;  hinten in Blau mit goldenem Schräglinksbalken ein aus einer Brustwunde blutender Braunbär, der, hinter sich greifend, einen grünen Baum umzureißen sucht." Die Fahne ist Blau-Gelb-Rot mit eingearbeitetem Wappen.

Kötschach-Mauthen ist zentraler Ort im oberen Gailtal und gleichzeitig Tor zum Lesachtal.  Neben den traditionellen Gewerbebetrieben spielen der Tourismus und die Gastronomie sowohl im Winter als auch im Sommer eine große Rolle. Kötschach-Mauthen ist seit Jahrzehnten heilklimatischer Luft-Kurort. Die Gemeinde hat ein modernes Frei- und Hallenbad ("Aquarena"), das größte in der Region Oberes Gailtal/Lesachtal.


Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in und um Mauthen sind unter anderem:

  • Plöckenpass und kleiner Pal (Kriegsstellungen aus dem ersten Weltkrieg)
  • Museum "Vom Ortler bis zur Adria" im Rathaus von Kötschach- Mauthen
  • Naturschwimmbad Mauthen
  • Mauthner Klamm
  • Wolayersee
  • Pfarrkirche Mauthen und Wallfahrtskirche Maria Schnee ob Mauthen
  • Biermanufaktur "Loncium" (Brauereiführung auf Anmeldung)
  • und vieles mehr........

Persönlichkeiten, welche aus Mauthen und Umgebung stammen:

  • Oswald Nischelwitzer (1811-1894), Bürgermeister von Mauthen, Landtags- und   Reichstagsabgeordneter, Parlamentspräsident nach dem Übergang von der absoluten zur konstitutionellen Monarchie
  • Hans Lagger (1882-1949), österreichischer Politiker (SPÖ)

  • Ignaz Tschurtschenthaler (1890-1954), österreichischer Politiker (ÖVP)
  • Josef Klaus (1910-2001), österreichischer Politiker, Landeshauptmann von Salzburg und Bundeskanzler von Österreich (ÖVP)
  • Gernot Siber (1935-2014), österreichischer Architekt und Hofrat des Land Steiermark
  • Norbert Sattler (* 1951), ehemaliger österreichischer Kanute
  • Sissy Sonnleitner (* 1953), österreichische Köchin, Gastronomin und Autorin
  • Heimo Zobernig (* 1958), österreichischer Künstler, der in Wien lebt
  • Gerfried Sitar (* 1968), österreichischer Geistlicher im Stift St. Paul im Lavanttal, Bischofsvikar der Diözese Gurk, Autor und Ausstellungsmacher (sein Vater war jahrzentelang Mitglied beim MGV Mauthen sowie Obmann, seit 2015 Ehrenobmann)


(Quelle:  Wikipedia)